Geschichte der Kulturbrauerei
1842: Grundsteinlegung des Betriebes
Der Chemiker und Apotheker August Heinrich Prell übernahm den Lagerkeller des Brauers Wagner in der Schönhauser Allee 39. Prell betrieb in der neuen Jacobstraße 26 in der Mitte des alten Berlins eine bayerische Bierbrauerei mit Ausschank.
1853: Übernahme der Brauerei durch Jobst Schultheiss.
Nach dem Tod von August Heinrich Prell erwarb Jobst Schultheiss (1802-1865) das viel versprechende Unternehmen und gab der Brauerei und ihrem Bier später den weltberühmten Namen. Obwohl Schultheiss keine einschlägigen Erfahrungen in der Branche hatte, wurde er bald zu einem der bedeutendsten Berliner Bierbrauer seiner Zeit.
Auf dem Grundstück Schönhauser Allee eröffnete neben dem Lagerkeller ein Bierausschank.
1864: Die Brauerei wurde von Schultheiss an die Kaufmannsfamilie Roesicke verkauft. Der Name "Schultheiss" blieb erhalten.
Im Mai 1864 verkaufte Jobst Schultheiss aus gesundheitlichen Gründen den florierenden Betrieb für 210 000 Taler an den Kaufmann und Hoflieferanten Adolf Roesicke, Mitbesitzer der renommierten Wäschefirma Goschenhofer & Roesicke in der Leipziger Straße 58. Dieser übertrug seinem 19 jährigem Sohn Richard, der im Tuchhandel ausgebildet worden war, die kaufmännische Leitung, während der technische Betrieb wie bisher dem Braumeister Johann Mathias Beck oblag. Man stellte die Produktion endgültig von den obergärigen auf untergärige Biere um.
1867: Die Familie Roesicke erweitert das Brauereigrundstück von einst zwei auf zwölf Morgen Land.
Die stürmische Entwicklung der Schultheiss Brauerei, vom kleinen Handwerksunternehmen zum modernen Industriebetrieb, begann mit der Einführung neuer Technik (Dampfbetrieb). Da die an sein Grundstück anschließende Tresckowstraße (heute Knaackstraße) neu konzipiert wurde, kaufte Adolf Roesicke zwölf Morgen Bauland (Grundstücke Schönhauser Allee 38,37 und 36) hinzu, so dass er jetzt über ein ausgedehntes Karree verfügte. Der Hauptsitz der Brauerei und der gesamte Braubetrieb - wurde in die Schönhauser Allee 36/39, inmitten des Häusermeeres mit Fronten nach der Franseckistraße (heute Sredzkistraße) und der Tresckowstraße, verlegt.

