Geschichte der Kulturbrauerei

2000 - heute
2000 - heute

2000: Abschluss der Arbeiten.

Im Januar kam das Russische Kammertheater Berlin in der Alten Schlosserei hinzu.

Am 2. März 2000 öffnete im ehemaligen Sudhaus das Kino seine Pforten. Auf einer Fläche von 5.654 m² mit acht neuen Kinosäle und 1.511 Plätze wird in einem, durch die sichtbare Industriearchitektur erzeugten, einzigartigen Ambiente ein auf ein anspruchvolles Publikum abzielendes Art-House Konzept etabliert. Hier sollen themenbezogene Filmsonderreihen, Kultnächte, besondere Filme wie zum Beispiel Kinoklassiker, Autorenfilme, Filme in Originalsprachen, Retrospektiven und Workshops, darüber hinaus Kinderprogramme, Kinderclub und Ferienprogramme stattfinden.

Am 6. April eröffnete das bayrische Bierlokal "Leopold's".

Insgesamt entstehen auf dem 25.000 m² umfassenden Grundstück über 40.000 Quadratmeter hochwertige und attraktive Gewerbe-, Büro- und Ausstellungsfläche. Das Gelände steht für das gelungen Konzept der Mischnutzung von Kultur, Dienstleistung und Gewerbe.

Die von der TLG beauftragten Architekten Stefan Weiß und Matthias Faust die schon die Sanierungsarbeiten der Hackeschen Höfe leiteten setzten behutsam in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege die ruinösen Bauten in Stand.

Nicht nur durch den Beginn des neuen Jahrtausends hat das ehemalige Industrieareal mit dem Abschluss der Baumaßnahmen im Frühjahr einen Zeitenwandel vollzogen. Gewissermaßen als kleine Stadt in der Stadt mit einem vielschichtigen interessanten Angebot empfiehlt sich die KulturBrauerei nun als lebendiger Ort für kulturelle Vielfalt, für Kreativität aber auch für Entspannung und Vergnügen. Eine Neuerung ist das am alten Kesselhaus angebrachte Glockenspiel.

KulturBrauerei Prenzlauer Berg - Berlin
Bauherr: TLG Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH
Objektplanung: Architekturbüro Fabrik No. 40 Faust & Weiß, Berlin
Projektsteuerung: Drees & Sommer GmbH, Berlin
Generalunternehmen: HOCHTIEF Building, Niederlassung Berlin
Bauzeit: 08/1998 - 01/2000.

2001: Jubiläum.

Seit Gründung der KulturBrauerei Multikulturelles Zentrum gGmbH, welche als Hauptmieter die meisten kulturellen Einrichtungen in der KulturBrauerei vereint, sind 10 Jahre vergangen. Im Rahmen der Festveranstaltungen gastiert u.a. Dominique Horwitz mit der Dreigroschenoper im Kesselhaus.

2002: "Sommer Klassik in der KulturBrauerei".

Zum ersten Mal wird die "Sommer Klassik in der KulturBrauerei" produziert. Neben so bekannten Standorten wie dem Kronprinzenpalais und der Museumsinsel wird die KulturBrauerei in das vom italienischen Kulturinstitut ausgerichtet Festival " La Piazza" einbezogen. Die Berliner Literaturwerksatt veranstaltet das Poesiefestival sowie im Kino ein Kurzfilmkontest mit der Verleihung des "Poentry-Film-Award". Das Goethe-Institut offeriert eine Ausstellung zur deutschen Sprache.

Insolvenz KulturBrauerei Multikulturelles Zentrum gGmbH

Der mit dem Areal namensgleichen Mieter KulturBrauerei Multikulturelles Zentrum GmbH beantragt Insolvenz. Trotz staatlicher Unterstützung hatte sich ein Schuldenberg aufgetürmt. Das Land Berlin steigt als Hauptmieter in den mit der TLG bestehenden Mietvertrag ein. Sie bezahlt künftig 2,5 Euro Miete pro Quadratmeter. Zugleich wurde die Consense GmbH beauftragt für ein Jahr kulturelle Veranstaltungen im Kesselhaus, in der alten Feuerwehr und in der Galerie im Pferdestall durchzuführen.

Ausblicke:

Noch einmal werden Baumaßnahmen durchgeführt. In der über die geringe Miete gestützten Mietfläche wird eine Sanierung der Innenbereiche gefördert mit Mitteln der Staatlichen Klassenlotterie durchgeführt. Die Gebäudetechnik wird insgesamt ausgerichtet auf moderne Anforderungen ersetzt. Das Kesselhaus erhält den nötigen Schallschutz. In der Alten Feuerwehr entsteht ein neuer, zusätzlicher Veranstaltungsraum mit Bühne. Im hinteren Bereich von Hof 5 wird das Gebäude für den Einzug der Berliner LiteraturWerkstatt hergerichtet. Damit erreicht die KulturBrauerei wieder ihre volle bauliche Funktionsfähigkeit. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht erfüllt die KulturBrauerei durch die geschaffene Mieterstruktur mit dem Angebotsmix an anspruchvoller Dienstleistung, des Entertainments und vielfältiger, lebendiger Kultur nun den Erwartungen.

Textquellen 
Willi Glaser; Vom Handwerk zum Großbetrieb be.bra Verlag, Berlin 2001; Die KulturBrauerei in Prenzlauer Berg