Geschichte der Kulturbrauerei

1930 - 1950
1930 - 1950

1937: Schultheiss-Brauerei AG.

Ab 1937 lautete die offizielle Unternehmensbezeichnung Schultheiss-Brauerei AG. In diesem Jahr wurde das Unternehmen zum "Nationalsozialistischen Musterbetrieb" ernannt.

1938: Die Schultheiß-Brauerei AG wird als Wehrwirtschaftsbtrieb geführt.

1941-45: Kriegsproduktion.

Ab 1941 sollen polnische und französische, ab Herbst 1944 auch italienische Kriegsgefangene für Transport- und Hilfsarbeiten eingesetzt worden sein. Untergebracht waren sie in einem im Stall 9 eingerichteten Gemeinschaftslager. Für die Rüstungsproduktion der Telefunken AG arbeiten seit 1942 in den Tiefkellern ukrainische Zwangsarbeiterinnen.

In den letzten Kriegstagen 1945 hatten sich in einem Tiefkeller der Brauerei der Stab des Befehlsabschnitts H der "Festung Berlin", verschanzt. Zeitweilig sind bis zu 1.000 Soldaten auf dem Gelände. Im Hof wurden zahlreiche Deserteure und Anwohner, die die weiße Fahne gehisst hatten, erschossen. Noch nach der Kapitulation verteidigten NSDAP-Funktionäre, SS- und Wehrmachtsangehörige das Gelände. Die Bevölkerung plünderte nach Kriegsende die in der Brauerei untergebrachten Lebensmittellager. Erst im Herbst wurden die über 100 im Vorgarten begrabenen Toten auf Friedhöfe bestattet.

1945: Brauereibetrieb wieder aufgenommen.

Die Gebäude der Brauereien überstanden weitestgehend unbeschadet den 2. Weltkrieg. Der Bevölkerung von Prenzlauer Berg dienten 1945 die 54 bis 80 m tiefen Brunnen während des Ausfalls der Wasserversorgung als einzige Wasserquelle. Ende des Jahres wurde der Brauereibetrieb, trotz laufender Demontagen, wieder aufgenommen. Mit Befehl der Besatzungsmacht vom 30. Oktober wurde das Unternehmen beschlagnahmt und später dann als volkseigener Betrieb weitergeführt.

Textquellen 
Willi Glaser; Vom Handwerk zum Großbetrieb be.bra Verlag, Berlin 2001; Die KulturBrauerei in Prenzlauer Berg