Geschichte der Kulturbrauerei

1890 - 1910
1890 - 1910

1890: Die Flaschen bekamen das eingegossene Firmensigum.

1891: Das Wohnhaus in der Schönhauser Allee 39a wurde erworben.

1892: Brauerei-Ausschank nach Plänen des Berliner Architekten Franz Schwechten.

Nach Plänen des Berliner Architekten Franz Schwechten erhielt der Betrieb in der Schönhauser Allee einen repräsentativen Ausschank. Das Gartenlokal und die Ausschankräume dieser Betriebsstätte wurden zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner.

1891-93: Die südlich gelegene Flaschenlagerhalle und die Ladehalle wurden durch den Maurermeister A. Rohmer ausgeführt.

1896: Abteilung III.

Herzögliche Brauerei "Waldschlößchen" in Dessau wurde als Abteilung III der Schultheiss- Brauerei angegliedert.

1898: Abteilung IV.

Mit dem Erwerb der Borussia-Brauerei in Niederschöneweide wurde diese als Abteilung IV eingeordnet.
Fertigstellung des Entwurfs der Fassade zur Tresckostraße sowie die Pich- und Schwankhalle.

1899: Erstes Signet mit der Schultheiss-Figur.

Im Dezember 1899 erschien die Figur des Schultheiss zum ersten mal im Firmenlogo des Schultheiss-Unternehmens. Das Logo wurde zum Wahrzeichen und Qualitätssiegel. Entworfen hatte es der in Berlin lebende Maler Karl Klimsch (1867-1936), der mit dieser Arbeit 1896 eine Ausschreibung gewann. Preisrichter waren die Professoren Ewald und Koerner, der Koniglicher Baurat Franz Heinrich Schwechten (1841-1924) und als Vertreter des Auftraggebers der Generaldirektor Richard Roesicke (1845-1903).

1900: Die nördlichen Werkstatträume wurden zu Pferdeställen umgebaut.

1902-03: Die Schmiede, ersetzte ein früheres Spritzen- und Beamtenwohnhaus, nach dem Entwurf von Teichen.

1903: Tod von Adolf Roesicke.

Bis zu seinem Tod am 21. Juli 1903 hatte er die Jahresproduktion von 10.000 auf 937.000 Hektoliter gesteigert. Roesicke war aber auch ein engagierter Sozialpolitiker und von 1890 bis 1903 Mitglied des Reichstages. "Wenn der Staat berechtigt und berufen ist, das Eigentum der besitzenden Klassen, das Kapital der Unternehmer durch Gesetz und Polizei zu schützen, so sehe ich nicht ein, warum er nicht auch verpflichtet sein sollte, die Arbeitskraft der Arbeiter, das einzige Eigentum der Besitzlosen, zu schützen", erklärte er in einer seiner Reden. Seine Ideen setzte er im eigenen Betrieb um. So gab es dort gewählte Arbeiterausschüsse, deren Mitglieder einen Monat Kündigungsschutz hatten, ferner aus Gewinnüberschüssen und anderen Quellen gespeiste Unterstützungskassen, eine aus Roesickes Privatvermögen gestiftete Pensionskasse, verbilligtes Kantinenessen, häusliche Krankenpflege, Kuraufenthalte (auch für erkrankte Kinder der Werksangehörigen) und zwischen zwei und sechs Tagen bezahlten Urlaub. Die von ihm geschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen in der Schultheiss-Brauerei wurden auch für andere Industriezweige Vorbild.

1904: Erstmals wurde die Grenze von einer Million Hektoliter Produktionsausstoß überschritten.

1907-08: Abschluss Fassadenfront des Stallgebäudes nach dem Entwurf des Architekten Neumann.

Textquellen 
Willi Glaser; Vom Handwerk zum Großbetrieb be.bra Verlag, Berlin 2001; Die KulturBrauerei in Prenzlauer Berg